Wilhelm Tanck

Lars Friedrich Wilhelm August Tanck wurde am 26. April 1831 in Cismar bei Neustadt als Sohn des dortigen Polizeidieners geboren. Nach der Präparandenzeit in Heiligenhafen und Altona besuchte er ab 1849 das Lehrerseminar in Segeberg. Aus patriotischer Begeisterung heraus wurde Wilhelm Tanck Soldat in der Schleswig-Holstein-Armee und zog mit dem 5. Jägercorps ins Feld (Schleswig-Holsteinischer Krieg). Aus dem Krieg heimgekehrt, holte er schnell das Versäumte nach und legte im Herbst 1852 seine Lehrerprüfung mit Auszeichnung ab. Tätig als Lehrer war er zunächst in Bendfeld bei Neustadt und anschließend (1857) in Cronshörn, wo er die einklassige Dorfschule verwaltete. Schon in Bendfeld lernte er seine spätere Ehefrau kennen, mit der er über 60 Jahre verheiratet war und zehn Kinder hatte.  

1868 wurde Wilhelm Tanck als 1. Knabenlehrer an der neueinzurichtenden 1. Bürgerschule in Neumünster ins Amt gewählt. Bereits im Herbst des Jahres 1870 übernahm er die Leitung der Schule. Gegen die Bestrebungen, die Bürgerschulen zu Einheitsvolksschulen zu verschmelzen, setzte Wilhelm Tanck das Bemühen, die Schule zu einer Mittelschule zu machen. Seit 1891 gab es Englischunterricht an der Schule, ein wichtiger Meilenstein auf dem Wege zu einer Mittelschule. Erst im Jahre 1900 gab der Magistrat nach, sodass 1901 die Mittelschule ihren Betrieb aufnehmen konnte. An diesem großen Erfolg war Wilhelm Tanck maßgeblich beteiligt.

1872 wurde auf einer Lehrerversammlung in Berlin der Allgemeine Deutsche Lehrerverein ins Leben gerufen, dessen Satzung von Wilhelm Tanck und einem Kieler Kollegen ausgearbeitet und verfasst wurde.

Von 1875 bis 1907 leitete Wilhelm Tanck die von ihm mitbegründete Fortbildungsschule in der Christianstraße in Neumünster. 1888 war er Schlewig-Holsteinischer Delegierter beim VII. Deutschen Lehrertag. Zudem war Tanck Autor eines Rechenbuches ("Rechenbuch. Eine Sammlung unterrichtlich geordneter Übungsaufgaben", 9 Hefte), von dem die WTS drei Hefte besitzt. Auch zur Methodik des Rechenunterrichts legte er verschiedene Broschüren vor, die Verbreitung in ganz Deutschland, Österreich und sogar in den USA sowie Japan fanden. Neben vielen Aufsätzen in der Schleswig-Holsteinischen Schulzeitung zu Themen des Unterrichts in verschiedenen Fächern ist zu Anfang des 20. Jahrhunderts auch ein kleiner Band mit Gedichten und Sinnsprüchen Wilhelm Tancks erschienen.

Bis 1911 blieb Wilhelm Tanck Rektor der 1. Knabenmittelschule, die seit 1909 in dem neuen Gebäude in der Färberstraße Neumünsters untergebracht war. 

Hoch geachtet und von seinen ehemaligen Schülern verehrt starb er am 29. Juli 1928 im hohen Alter von 97 Jahren. Sein Sarg wurde in der Aula seiner Schule aufgebahrt. Auf Anregung des Vereins ehemaliger 1. Bürger- und Mittelschüler erhielt die Schule noch im gleichen Jahr Wilhelm Tancks Namen.